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	<title>Little Lily</title>
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	<description>Neues aus Holland, Bayern und Ostfriesland</description>
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		<title>Der Fuchs und die Schweine</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Nov 2013 12:36:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Johanna Varner]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern]]></category>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonntag nach dem Konzert in Bayern hat eine Frau erzählt, dass sie ihre Hühner weggeben mussten, weil die immer der Fuchs geholt hätte.<br />
Jetzt hätten sie stattdessen Schweine. Da hat jemand gefragt: &#8220;Und die Schweine holt der Fuchs nicht?&#8221; &#8220;Nein&#8221;, antwortete ich, &#8220;der Fuchs ist Moslem!&#8221;</p>
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		<title>Die Pyjama – Frage</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Oct 2013 06:04:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Johanna Varner]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern]]></category>

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		<description><![CDATA[Während meines nun schon vier Jahre andauernden Pendler – Abenteuers zwischen Niederlande und Deutschland stieß ich immer wieder auf die... <a href="https://littlelily.de/?p=44">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Während meines nun schon vier Jahre andauernden Pendler – Abenteuers zwischen Niederlande und Deutschland stieß ich immer wieder auf die Pyjama – Frage. Es scheint zwischen den Niederlanden und respektive Bayern einen echten Schlafkultur – Unterschied zu geben. In Holland (Ich weiß schon. Das ist nur eine Provinz von den Niederlanden aber die Niederländer nennen sich ja selbst Holländer, damit es die Deutschen verstehen).  Also in Holland schläft man unter einer gemeinsamen Decke. In einem französischen Bett. Bevorzugt nackt. In Deutschland schläft man unter zwei eigenen Decken. In einem französischen Bett, dort aber manchmal auf zwei Matratzen. Bevorzugt angezogen. Und das schwankt zwischen &#8220;völlig angezogen&#8221;, im T-Shirt oder im Pyjama.<br />
Ich versuche nun auf deutscher Seite durch empirische Sozialforschungen im engeren Bekanntenkreis herauszufinden, was meine Freunde nachts im Bett anhaben, um einen Überblick über das Bekleidungsverhalten (bayerischer) Deutscher im Bett zu bekommen. Dazu frage ich Freunde &#8220;bei Gelegenheit&#8221; ganz unverblümt. Aber schon hier stoße ich an meine Grenzen: C. und M. schlafen im T-Shirt. Die Frage, ob sie sonst noch etwas anhaben, traue ich mich wirklich nicht beim gemütlichen Abendessen zu stellen.<br />
Größte Erkenntnis: Der Deutsche würde ja nackt schlafen aber da würde er frieren. In aufgeschlossenen Kreisen (also kein Pyjama) wird jedenfalls immer fast entschuldigend hinzugefügt: &#8220;T-Shirt. Sonst ist es hier (am Nacken) einfach zu kalt.&#8221;<br />
Meine Überlegung: das kann doch bei zwei Bettdecken gar nicht passieren?</p>
<p>Ich bin bayerische Österreicherin und konstatiere: am Nacken friere ich nicht aber ich habe im Frühjahr schon, zur allgemeinen Belustigung, mit Norwegermütze geschlafen. Also wenn mich jemand fragen würde: Ich trage nachts hin und wieder eine Norwegermütze, dass ich nicht am Kopf friere.<br />
Ein gutes Forschungsgebiet ist natürlich der Film. Im holländischen, belgischen, französischen Film wird nackt geschlafen. Schweden sind sehr angezogen. Die Deutschen auch:<br />
Im typischen &#8220;Am-Schluss-wird-geheiratet-Degeto-Film&#8221; schlafen alle angezogen, Frauen aber gerne im Negligé.</p>
<p>Nur in Zusammenhang mit einer (natürlich nur angedeuteten) Sexsituation sind im deutschen Film Paare nackt im Bett anzutreffen. Allerdings sind sie normalerweise nicht mehr nackt im Bett, sondern die Frau steht gerade auf und wickelt das Bettzeug dabei so um sich, dass garantiert kein Stückchen nackte Haut sichtbar wird, was natürlich lächerlich und unrealistisch ist.<br />
Warum sollte sie, nachdem sie Stunden mit ihrem Lover im Bett lag plötzlich so prüde werden.<br />
Naja, wer weiß, was in ihren Verträgen steht.</p>
<p>In manchen Filmen bewegen sich auch Männer aus dem Bett, bevorzugt gehen sie dabei ins Bad, also man sieht sie nackt aber natürlich nicht von vorne. Sie bewegen sich jedenfalls ohne Bettzeug durch den Raum.<br />
Männer im deutschen Film zeigen aber gerne Brust, deshalb gehen sie manchmal unmotiviert vom Bett ans Fenster. (Til Schweiger zum Beispiel. Dem bin ich übrigens einmal in einem Berliner Musikstudio begegnet und er ist im echten Leben so unscheinbar, dass es einen halben gemeinsamen Vormittag an der Kaffeemaschine gedauert hat, bis ich ihn endlich erkannt habe.)<br />
Und alte Filme sind besonders aufschlussreich. Toll war gestern die Filmszene in Max Ophüls &#8220;The Earrings of Madame de&#8230;.&#8221; (1953) mit Charles Boyer und Danielle Darrieux, die übrigens heute 96 ist und dabei erstaunlich gut aussieht: Beide thronen in einem eigenem Doppelbett mit tausend Kerzen, Himmel und Kissen, sind total viktorianisch angezogen, lesen Zeitung, unterhalten sich durch die halb offene Tür und rufen sich am Schluss ein sehr neutrales &#8220;Gute Nacht&#8221; zu. Sie gehen beide in ihrer Freizeit fremd. Leider habe ich den Schluss nicht gesehen, weil durch die Wahl mein Aufnahme – Programm verschoben war. Aber ich habe den Plot gelesen und erfahren, dass am Schluss ein Duell stattfindet. Das finde ich sowieso sinnlos. Warum sagt Charles Boyer nicht einmal: &#8220;Danielle Darrieux, jetzt hör doch mal auf, mit dem Vittorio De Sica so unverblümt rumzumachen. Ich hab zwar selbst eine Kurtisane, und tu die ganze Zeit so, als wäre ich ein Gentlemen, der nichts merkt, aber, obwohl auch das Publikum total im Dunkeln tappt, ob ihr was miteinander habt oder nicht und das hin und her mit den Ohrringen völlig unsinnig ist: Wenn Du so weitermachst muss ich den Vittorio bei einem barbarischen Duell erschießen!&#8221;</p>
<p>Kleiner Abschweif: amerikanische Blockbuster – Frauen im Bett sind immer perfekt geschminkt und frisiert und zickig darauf bedacht, nackt kein Stückchen Haut zu zeigen. Leintücher werden dabei seltsam ängstlich an den Busen gepresst. (Ja , das hat sich die ARD wieder von Hollywood abgeschaut, gel…) Und wenn sie so, mit hektisch zusammengerafftem Leintuch herumlaufen, sehen sie aus wie ängstliche Häschen auf der Flucht vor dem bösen Wolf, der irgendwo lauert. Sandra Bullock ist darin wahre Meisterin.<br />
Ich habe kürzlich eine seltsame Szene beim Zappen gesehen, in der sich zwei bekannte amerikanische Schauspieler (Sandra&#8230;), die sich als Ehepaar ausgeben (natürlich wegen der Einwanderungsbehörde), nackt sehen und darüber völlig hysterisch werden&#8230;siehe Saunaverhalten der Amerikaner:<br />
Im Dampfbad des Münchner Volksbades durfte ich einmal einen bayerisch – türkischen Saunawärter erleben, wie er zwei junge amerikanische Frauen aufforderte, jetzt entweder den Badeanzug AUSzuziehen oder das Dampfbad-Sauna-Terrain zu verlassen. Die haben gestaunt.<br />
Am Schluss seien alle Leser, natürlich unter der Wahrung Ihrer Anonymität, aber unter Angabe ihrer Nationalität und ihres Wohnortes, hier aufgefordert, kurz zu erläutern, was sie nachts tragen und ob sie französische, Ein – oder Zeimatratzenschläfer und Ein – oder Zwei – Bettzeugnützer sind, damit ich meine empirischen Forschungen rasch auf ein etwas wissenschaftlicheres Niveau bringen kann..<br />
(Ich möchte aus reiner Neugier natürlich schon wissen, wer sie sind, werde diese intimen Daten aber keinesfalls weitergeben!)</p>
<p>Ungefähr so: Also, ich bin aus München, Deutscher: Meine deutsche Frau und ich schlafen in einem französischen Doppelbett mit zwei Matratzen (wegen dem Rücken) und wir tragen beide T-Shirts und Unterhosen. (Wegen der Kinder) und wir haben zwei Bettzeuge. (Wir wussten nicht, dass es was anderes gibt!)</p>
<p>Oh. Ich habe Doris Day ganz vergessen! Ein Pyjama für zwei</p>
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		<title>Bayrisch-Schock</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Oct 2013 19:32:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Johanna Varner]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach zwei Monaten Bayernabsenz hör ichs schon wieder gern, das Münchnerisch. Bei der Feierstunde fängt es an: Nach dem ersten... <a href="https://littlelily.de/?p=33">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Nach zwei Monaten Bayernabsenz hör ichs schon wieder gern, das Münchnerisch.</p>
<p>Bei der Feierstunde fängt es an:<br />
Nach dem ersten Satz Stamitz lobt uns der Herr Vorstand mit den Worten: &#8220;Ja wenn man nach so einem langen Arbeitstag so a schöne Musik hört, also da wird man ja richtig runtergeholt, gel&#8221;.</p>
<p>Aber am meisten liebe ich Frau S. in der Stadtsparkasse. Sohn will ein Konto eröffnen. Frau S.:&#8221; Ja Grüß Gott, ich bin die Frau S., ich arbeite seit 1988 bei der Münchner Stadtsparkasse und habe jetzt 16 Jahre Erziehungsurlaub genommen. Deshalb kann ich des mit dem Computer noch ned so gut und da helfen mir jetzt a bisserl die Kollegen.&#8221;</p>
<p>Das weckt nicht wirklich Vertrauen, aber bevor sie mit der Kontoeröffnung beginnt bekommen wir sowieso die Kinderbausteinpyramide erklärt. Sie dient dazu, ganz &#8220;unaufdringlich&#8221; den wehrlosen Jugendlichen Versicherungen aufzudrängen. Ein Pyramidenbaustein ist &#8220;Absicherung der Lebensrisiken.&#8221; Das findet Frau S. sehr wichtig. Die Lebensrisiken lauern wirklich überall!</p>
<p>Nun fragt sie den Sohn aus, die Tabelle, auf der sie Kreuzchen macht, ist in die gleichen vier Farben wie die Pyramide eingeteilt. (Und hinter jeder Frage lauert eine Versicherung, ein Bausparkonto oder ein Kredit.)</p>
<p>Frau S.: &#8220;Ham Sie vor, einmal ein Auto zu erstehen?&#8221;<br />
Sohn: &#8220;Ne&#8221;<br />
S: &#8220;Oder ein Moped??&#8221;<br />
Sohn: &#8220;Ne, meine Wünsche sind nicht so materiell, die sind eher immateriell.&#8221;<br />
Frau S. denkt nach: &#8220;Ja, wolln Sie zum Mars fliegen oder was?&#8221;<br />
&#8230;<br />
S: &#8220;Da wär dann noch die Todesfallversicherung.&#8221;<br />
Sohn: &#8220;Wozu soll ich das denn brauchen?&#8221;<br />
S: &#8220;Sie so ein Sarg kost fei auch viel Geld.&#8221;<br />
&#8230;<br />
S: &#8220;Und die Arbeitsunfähigkeitsversicherung?&#8221;<br />
Sohn: &#8220;Ne ich geh ja noch zur Schule.&#8221;<br />
S: &#8220;Ja Sie des is fei schon vorgekommen, da kriegt so ein Jugendlicher, wo nicht aufpasst,  eine Hirnhautentzündung und fangt überhaupt nie an zu arbeiten. Die Kosten sind fei dann ummens!&#8221; (ja mit u!)</p>
<p>Altersvorsorge und Vermögensanlage lässt sie erstmal aus, legt dann versehentlich zwei Konten an, löscht dann versehentlich ein drittes und am Schluss bekommen wir zwei Tassen geschenkt. Frau S: &#8220;Also ich find die ja greislig!&#8221;</p>
<p>Entwaffnend ehrlich ist Frau S. ja schon und sie rät Sohn darum auch noch, er solle sich dann gerne melden, wenn irrtümlich von seinem Konto für zwei Konten Gebühren abgebucht würden, denn schließlich sei für Schüler das Konto ja kostenlos und wenn er einmal studiere solle er doch die Imma – , die Immatrikul –, oiso: Die Im mu tri ka li ti ons bescheinigung vorbeibringen.</p>
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		<title>Das outfit</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Oct 2013 19:01:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Johanna Varner]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Blog dient ja unter anderem dazu, meine Erlebnisse an meinen drei Wirkungsstätten zu verarbeiten. Groningen, Ostfriesland und München. Ein... <a href="https://littlelily.de/?p=31">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Blog dient ja unter anderem dazu, meine Erlebnisse an meinen drei Wirkungsstätten zu verarbeiten. Groningen, Ostfriesland und München. Ein Spagat!<br />
Der Ostfriese ist wortkarg und tiefsinnig. Mit meiner bayerischen Eloquenz sprenge ich so manche ostfriesisch – einsilbige Konversation. Außerdem musste mich in Ostfriesland erst mal an den für bayerische Ohren schnippischen Ton gewöhnen.<br />
Und in Groningen an das unterkühlte Sichverabschieden&#8230; Wenn man in Groningen einen schönen Tag mit Freunden verbringt, kann es sein, dass plötzlich alle unvermittelt zu ihren Autos gehen und wegfahren, wie so Schläfer in Agentenfilmen. Sie scheinen einem geheimen Signal zu folgen. In Wirklichkeit sind die Verabschiedungsgesten so dezent – eine im Weggehen kurz erhobene Hand etc., ein kurzes Nicken, ein hingeworfenenes &#8220;doui&#8221; – dass mir am Anfang immer völlig entgangen ist, dass gerade eine Verabschiedung stattgefunden hat. Ich würde ja schon immer gerne alle innig umarmen, so wie wir das in München machen&#8230;.<br />
Ein schönes Beispiel ostfriesischer Einsilbigkeit habe ich kürzlich zur Wiesnzeit im Zug nach Emden erlebt. Zwei Männer sitzen nebeneinender und stieren ins Leere:<br />
&#8220;Hör mal, du warst doch in München&#8221;</p>
<p>&#8220;Jo&#8221;</p>
<p>&#8220;In so einem Outfit&#8221;</p>
<p>&#8220;Jo&#8221;</p>
<p>&#8220;Meine Freundin hat ja Samstag Betriebsfest&#8221;</p>
<p>&#8220;Jo&#8221;</p>
<p>&#8220;Die sucht ja so ein Outfit, kannste ihr das leihen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, aber da muss ich die erstmal anschauen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Wie meinste das?&#8221;</p>
<p>&#8220;Na, ob die stinkt oder so.&#8221;</p>
<p>&#8220;Meine Freundin?&#8221;</p>
<p>&#8220;Nee! Die Lederhose!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ach so!&#8221;</p>
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		<item>
		<title>Busen oder Beine – Die Dirndlfrage</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Oct 2013 18:01:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Johanna Varner]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern]]></category>

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		<description><![CDATA[Andere Leute würden ja viel Geld zahlen, ich komme nach München, merke erstaunt, dass Wiesn ist und mache einen großen... <a href="https://littlelily.de/?p=13">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Andere Leute würden ja viel Geld zahlen, ich komme nach München, merke erstaunt, dass Wiesn ist und mache einen großen Bogen um dieselbe. &#8220;Hallo, Schuldigen, ich kann sehr klein Deutsch sprechen.&#8221; So begann kürzlich die sehr nette Anfrage für Akkordeonnnoten eines britischen Kunden.<br />
(Bei der Gelegenheit möchte ich zugeben: ich kann sehr klein englisch.) Aber die Aussage ist doch sehr interessant:<br />
Abgesehen davon, dass ein &#8220;Schuldiger&#8221; im vierten Fall in einem Zug mit &#8220;klein Deutsch&#8221; genannt wird (was wieder meine Theorie bestätigt, dass die deutsche Kollektivschuld bis in alle Ewigkeit in das Bewusstsein der Weltbevölkerung gebrannt sein wird) stelle ich mir so genau einen amerikanischen Kunden vor, der nicht Akkordeonnoten bei mir sondern ein Dirndl oder eine Lederhosn beim Angermaier in München kaufen will.<br />
Die Taxifahrerin, bei der ich mich persönlich bedanke, dass sie kein Dirndl zur Wiesnzeit trägt, klärt mich darüber auf, dass ausländische Betriebe inzwischen ihre Kunden unverblümt auffordern, in Tracht zu erscheinen und die Geschäftsreisenden dann erst zum Angermaier gehen, das Wienskomplett-Set Maxi mit Trachtenhemd, Lederhosen und Haferlschuhen für 199.- Euro erstehen, dann mit dem Taxi zum Hotel am Stachus fahren und dann in den klobigen Haferlschuhen fluchend zur Wiesen humpeln. Natürlich müssen die sich dann alle im Bierzelt besaufen, weil herumlaufen können sie so ja nicht.</p>
<p>Am gleichen Tag erfinde ich in einem Aufnahmestudio die altbekannte zweite Stimme zu &#8220;Der Mond ist aufgegangen&#8221; wieder neu und ein Toningenieur öffnet mir in Lederhosn: &#8220;Der Christoph kommt gleich, dem haben wir gestern beim Angermaier so ein Wiesnstarterpaket gekauft und der hat sicher Probleme beim anziehen&#8221;. Sicher. Ich persönlich kann mich ja nicht mit den zu kurzen und zugleich zu tief ausgeschnittenen Dirndln anfreunden, obwohl junge Mädchen darin wirklich süß aussehen, wenn ich es schaffe, zu vergessen, dass das ein Dirndl sein soll. Die Taxifahrerin findet, die brauchen sich dann nicht zu wundern, wenn die Mannsbilder über sie herfallen. O-Ton: &#8220;Und dann ist das Geschrei groß, gel!&#8221; Der Christoph im Startertest (sieht pfundig aus, schade, dass ich mein Dirndl in Holland habe, um dort bei Gelegenheit irgendjemanden damit zu erschrecken) erklärt mir dann, dass seine Freundin Schneiderin ist und es halt nach wie vor der Grundsatz gelte:<br />
&#8220;Busen oder Beine&#8221; –  Das bedeutet, entweder großer Busenausschnitt oder Frau zeigt Bein. Beides zugleich würde vor allem auf Männer verwirrend wirken wegen der Gehirnhälften und so. Das leuchtet mir ein, gleichzeitig bin ich bestürzt, dass ich diesen Merksatz erst jetzt lerne und gehe voller Unruhe im Kopf die letzten 30 Jahre durch in Hinblick auf meine persönliche Umsetzung des Grundsatzes &#8220;Busen oder Beine&#8221;.</p>
<p>Im Zug nach Bremen der erste Besoffene um 11 Uhr früh, ein Engländer und der Schaffner hält ihn am Arm fest und spricht in klein englisch: &#8221; Und du gehst jetzt da raus, next station is Polizei. Aus. Amen!&#8221; Zum Schluss noch die charmante Abschiedsformel meines englischen Kunden: &#8220;You have a copy, that I could buy, bitte? Viel Dankes</p>
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		<title>Das Bayerische im Holländischen</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Oct 2013 17:50:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Johanna Varner]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern]]></category>

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		<description><![CDATA[Ankomst (Ankunft) Die Bayern drehen gerne um. Der Imperativ: &#8220;Du kommst sofort da her!&#8221;, lautet auf bayrisch: &#8220;daher kommst!&#8221; Mit... <a href="https://littlelily.de/?p=9">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ankomst (Ankunft)<br />
Die Bayern drehen gerne um. Der Imperativ: &#8220;Du kommst sofort da her!&#8221;, lautet auf bayrisch: &#8220;daher kommst!&#8221; Mit Betonung auf her. Und es wird: &#8220;da herkommst!&#8221; ausgesprochen. Von daher fand ich &#8220;Ankomst&#8221; sehr lustig. Eine Bayerische Schlussfolgerung, das erste, was ich im Bahnhof Amsterdam Centraal gelesen habe.</p>
<p>Wenn ich holländisch spreche und &#8220;total&#8221; sage grinsen (glimlachen) die Holländer immer. Mein Freund hat mir erklärt, dass ich &#8221; thoothaal&#8221; sage.<br />
In jedem Volkshochschulkurs Deutsch für Anfänger würde man erstmal als Holländer lernen, die Konsonanten mit einem h auszusprechen: &#8220;Guthen Thagh.&#8221; Das sei der auffälligste Ausspracheunteschied.<br />
Um gut holländisch zu sprechen, muss ich also das h weglassen. Thoothaal.</p>
<p>Bei eingeholländischten Wörtern schaffe ich es gar nicht, sie überhaupt holländisch auszusprechen. Am Schlimmsten ist das Wort Duits (Deutsch). Das müsste ich so in etwa: &#8220;daüts&#8221; aussprechen. Schaff ich ned! Keine Schangs! Deutsch is deutsch.</p>
<p>Ein holländischer Ortsname, der mich wirklich erstaunte, nein beinahe betroffen machte war: &#8220;Sauwerd.&#8221; Es erinnert stark an das bayerische Saubär. Oder an das leicht vorwurfsvolle bayerische: &#8220;sauber!&#8221;, als fatalistisches Urteil über nicht veränderbare Misstände. Meistens von der Obrigkeit.</p>
<p>Also wenn ich an Sauwerd vorbeifahre (oft) sage ich zwei – dreimal in bestem bayrischen Fatalismus: &#8220;Sauwerd…. Sauwerd.&#8221; und nicke dabei vielsagend.</p>
<p>Straks en nu. Holländische &#8220;Zeitangaben&#8221;</p>
<p>Im holländischen Fernsehen gibt es immer Ankündigungen in der der Art:<br />
Straks sehen Sie Colombo. Nu das Wetter. Für mein bayerisches Gefühl kommt straks zuerst und zwar sofort. Straks bedeutet aber später, dann, danach. Nach nu. Erst nu, dann straks.<br />
Ich habe lange nachgedacht und kann mir nur erklären, dass das deutsche &#8220;schnurstracks&#8221; daran Schuld ist. &#8220;Du gehst jetzt schnurstracks Hausaufgaben machen!&#8221; (sofort!)<br />
Ich erfahre, wenn man zu mir sagt: &#8220;Kannst Du &#8220;straks&#8221; irgendetwas machen&#8221;, erst einen Impuls, es sofort zu tun, dann fällt mir ein, ja, das ist ja irgendwann später, dann komme ich ins Grübeln und dann frage ich verunsichert: &#8220;Also wann?&#8221;</p>
<p>Bei diversen Familientreffen und Besuchen werden in Holland unglaublich vage Verabredungen gemacht: &#8220;Am Ende des Mittags &#8220;(Achtung Mittag ist irgendwann um 16 Uhr!!!) oder &#8220;Am Ende des Morgens&#8221;.<br />
Bei einem Familientreffen, bei dem wir prompt &#8220;Am Ende des Morgens&#8221; viel zu spät kamen, fragte ich alle, was denn &#8220;Am Ende des Morgens&#8221; bedeute und erhielt haarsträubend voneinander abweichende Angaben zwischen 10 und 14 Uhr.</p>
<p>Die holländische Autowerkstatt, die mich am &#8220;Ende des Mittags&#8221; zum Auto abholen bestellt, bekommt dann auch ein panisches: &#8220;Ne, ne, ne, bitte eine Uhrzeit!&#8221; von  mir zu hören. &#8220;17 Uhr&#8221;, ist die knappe Antwort. Warum sagt er dann nicht gleich 17 Uhr? Sondern entlässt mich in ein vages eind-van-de middag-Mysterium? Ich verstehe es nicht.</p>
<p>Lustig ist natürlich, dass wir unsere Freunde um 14 Uhr einladen und ich eigentlich erst Mittagessen machen will, aber das gibt es in Holland nicht, da wird um 18 Uhr mit der Familie warm zu Abend gegessen, also machen wir ein Borrell.</p>
<p>(Ein Wort, das meine Rechtschreibkorrektur übrigens hartnäckig in &#8220;Bordell&#8221; umwandelt)<br />
Aber was ist ein Borrell? Im Lexikon steht:<br />
het uit gezelligheidsoverwegingen gezamenlijk nuttigen van drank laat in de middag</p>
<p>Übersetzt:<br />
Borrell ist ein aus Geselligkeitsgründen gemeinschaftliches Nützen (Genießen) von alkoholischen Drinks spät am Mittag (!)</p>
<p>Wir beschließen mit den Freunden: Erst, um 14 Uhr Tee und Kuchen (zu nützen) und danach ein Abendessen mit Wein, das ein bisschen früher ist als normal, am Mittag (16 Uhr), weil ich bereits verhungere.</p>
<p>Angenehm überschaubar finde ich den Vorschlag einer schon lange mit Ihrem deutschen Mann in Holland lebenden deutschen Kollegin:<br />
&#8220;Wir kommen um 4 Uhr nachmittags zum deutschen Kaffee und bringen Kuchen mit.&#8221; Und übrigens. Sie kommen um Punkt 4!</p>
<p>Als mein holländischer Freund zum ersten Mal in München auf dem Viktualienmarkt ist, raunt er mir ins Ohr: &#8220;Sag mal, sind das hier alle Alkoholiker?&#8221; Es ist 11 Uhr morgens, viele Geschäftsmänner sitzen mit einer Maß Bier am Viktualienmarkt. Ich antworte: &#8220;Nein, das sind erfolgreiche Anwälte und Ärzte, die ein Weißwurstfrühstück zu sich nehmen und hier in der Nähe ihre gutgehende Kanzlei oder Praxis haben.</p>
<p>Alkohol wird in Holland erst ab 17 Uhr getrunken, wir haben uns aber auch hier einen schönen Kompromiss ausgedacht. Heißt das Getränk zum Beispiel Marillenschnaps und kommt aus Osttirol (wo meine Familie herkommt) darf es zu osttiroltypischen Zeiten getrunken werden. Also am Ende des Morgens (um 10!)</p>
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		<title>Achim &#038; Beerta</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Oct 2013 17:48:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Johanna Varner]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ich durch Beerta fahre muss ich immer an Achim denken. Ja das klingt sonderbar, aber in meiner Fantasie möchte... <a href="https://littlelily.de/?p=10">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich durch Beerta fahre muss ich immer an Achim denken.<br />
Ja das klingt sonderbar, aber in meiner Fantasie möchte ich Achim, einen Ort vor Bremen und Beerta, ein Örtchen, das zwischen Niueweschans und Oudeschans  in Nordholland liegt immer zusammenführen. Sie sollen, wie in jedem guten happyend natürlich heiraten und ich erwarte gespannt den Satz: &#8220;Achim aus Beerta, willst Du Beerta aus Achim zu Deiner Frau nehmen.&#8221;</p>
<p>Wenn die freundliche Schaffnerin der deutschen Bahn durchsagt: &#8220;Sehr geehrte Damen und Herren, in Kürze erreichen wir Achim.&#8221;, werde ich immer ein bisschen melancholisch. Sie macht vor &#8220;Achim&#8221; eine kleine Pause, so als sei sie selbst erstaunt. Für Achim wurde extra ein Bahnhof gebaut mit schönen blau eingefassten Schildern, auf denen Achim steht. Jedes mal wenn wir in Achim vorbeikommen halte ich Ausschau nach diesem Achim. Er muss ein einsamer Mensch sein, dass die Deutsche Bahn extra auf ihn aufmerksam macht, sonst gäbe es vielleicht noch Haltestellen für Hans-Ulrich, Peter, Sebastian. Wir erreichen Achim. Achim ist wie immer menschenleer. Achim selbst steht sicher immer wenn ein Zug kommt mit einem verwelkten Blumenstrauß an seiner Station und wartet. Auf Beerta.</p>
<p>Beerta, die zusammen mit Oudeschans auf einem Ausfahrtsschild auf der A7 von Groningen steht, wartet auf Achim. Und wenn Achim die alte Chance nicht wahr nimmt kann er ein paar Kilometer später noch die Nieuweschans ergreifen und es noch einmal mit Beerta probieren…</p>
<p>Das Holländische ist oft wirklich phonetisch und nicht unähnlich dem Bayerischen, oder Alpenländischen. Ich kann mir gut vorstellen, wie ein Garmischer vor der Olympiaschanze steht und sagt: &#8220;Is des a Oudeschans!&#8221;<br />
Umgekehrt fordert die holländische Schaffnerin alle Mitreisenden im Arriva kurz vor Groningen auf: &#8220;Bitte vergessen Sie nicht, ihr Gebäck mitzunehmen.&#8221; Sie sagt wirklich Gebäck, denn Weihnachtsplätzchen gibt es in Holland nicht, wohl Spekulatius das ganze Jahr über, aber nicht die heimische Weihnachtsbäckerei. Und die Schaffnerin geht anscheinend davon aus, dass alle Fahrgäste, die von Leer nach Groningen fahren, Weihnachtsgebäck mit sich führen.</p>
<p>Bei der Gelegenheit möchte ich noch die polyglotte Ansage der Bayerischen Oberlandbahn erwähnen, im breitesten Chiemgauerisch: &#8220;Sänk ju vor träwelling wis se Bayerische Oberlandbahn&#8221;. Ich bilde mir ein, dass das Mädchen, das diese Ansage im kehligen Chiemgauer Bayrisch eingesprochen hat, am Ende einen Jodler oder Juchzer unterdrücken musste.</p>
<p>In Holland gehört es ja zum guten Ton, dass jeder englisch und deutsch kann, man kann dort kaum holländisch lernen, sicher nicht in den Großstädten. Am Platteland ist es dann schon besser, da kann die Bevölkerung schlichtweg keine Fremdsprachen. Zur Grenze hin erschrecken mich des Deutschen unkundige Holländer allerdings immer wieder mit völlig unerwarteten Ausrufen wie: &#8220;Hände hoch oder ich schieße&#8221; und  &#8220;halt, stehen bleiben&#8221;, &#8220;Achtung stillgestanden&#8221;. Das sind die drei Sätze deutsch, die sie können und sich noch aus der Fernsehserie &#8220;Bonanza&#8221;, die sie im ARD ab dem 13.10.1962 sehen konnten, gemerkt haben.<br />
Naja, es gibt auch Deutsche, die, wenn sie einem Franzosen gegenüberstehen stolz: &#8220;Oh làlà &#8221; sagen, bei einem Spanier &#8220;Hasta la vista, Baby&#8221; rufen und bei Russen &#8221; Nostrovia&#8221; mit tief verstellter Stimme rasseln…</p>
<p>Ich persönlich versuche so viele eingeholländischte deutsche Worte wie möglich zu verwenden:</p>
<p>&#8220;Stefan is überhaupt sowieso total Einzelgänger&#8221;, ist ein holländischer Satz.<br />
Man denke intensiv an das S von Rudi Carrell und betone jedes Wort auf der Endsilbe. Falls jemand im Stande ist, einen sinnvollen Satz aus anderen im Niederländischen gebräuchlichen Worten:<br />
&#8220;Aha-Erlebnis, volkstümlich, Blitzkrieg, Fingerspitzengefühl, Donnerwetter, hineininterpretieren, Angstgegner, jawohl, ins Blaue hinein&#8221;, zu bilden erfährt er meine tiefste Bewunderung. Also ich passe.</p>
<p>Es gibt natürlich auch Holländer, die so perfekt Deutsch können, dass ich nur staunen kann. Mein Schwager Jan ist so ein Fall, seit vier Jahren kenne ich ihn, er benutzt extra komplizierte Deklinationen und macht keine Fehler.<br />
Bis auf das erste Mal, als ich ihn sah. Wir saßen mit der ganzen Familie am Esstisch, Jan erhob das Glas zur Begrüßung und sagte zu mir gewandt in akzentfreiem Deutsch: &#8220;Leb wohl&#8221;.</p>
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